Seit 1896 ihr zuverlässiger Partner in Sachen Brandschutz
Hochwassereinsatz 2002 
blind
Am 18.08.2002 hat die FFw Hosena gegen 2.00 Uhr mit einer kompletten Löschgruppe mittels LF16 den Standort verlassen, um bei Wittenberge zum vorbeugenden Hochwasserschutz beizutragen. Sammelstelle war die Feuerwache Lübbenau. Von dort begaben sich 23 Fahrzeuge unter Verwendung von Sondersignalen (Blaulicht) zwischen 3.30 Uhr und 4.00 Uhr nach Wittenberge. Ankunft an der Füllstelle gegen 9.30 Uhr. 
So  ging es dann aber weiter:
In Wittenberge angekommen, ging es nach Lanz, nördlich dieser Stadt. 370 km im LF16 (W50) haben die Kameraden gesessen, oh haben die Sitze gedrückt. Dann eine Verlegung der Einheit nach Lützkenwisch, einem kleinen Ort an der Elbe. Gegenüber liegt der bekanntere Ort Schnackenburg, durch den normalerweise beide Orte mit einer Fähre verbunden sind. In diesem Zipfel stoßen die Grenzen der Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen zusammen.
Gemeinsam mit Kameraden aus Hohenbocka, Lauchhammer und Großräschen wurden Sandsäcke gefüllt und auf Paletten verladen, die dann von der Bundeswehr zu den Deichen gefahren wurden. Manchmal kamen die Kameraden mit dem Füllen kaum hinterher.
Am 19.08.02 gegen 16.30 Uhr war die Einsatzgruppe Hosena wieder zu Hause und hatte viel zu berichten.
Geschlafen hatte kaum einer eine Mütze voll, denn Mücken und Schwüle und fehlende geeignete Schlafplätze haben das trotz Ermüdung am Montag Morgen unmöglich gemacht. Satt zu Essen gab es ja, aber eine Bockwurst wird in den nächsten Tagen wohl kaum einer anrühren, denn sie steckte in jedem Verpflegungsbeutel ohne Senf und Würze.
Trotz dem Ernst der Lage gab es auch die Möglichkeit, mit den betroffenen Einwohnern einen kleinen Kontakt zu knüpfen. Und so haben wir am 20.08.02 angerufen, ob sich unsere Arbeit gelohnt hat.
Die Antwort: Es sieht kritisch aus, denn das Wasser steht nur noch einen halben Meter vor der Dammkrone. Besonders betroffen ist der Bereich Wustrow/Lanz, wo die Elbe einen gefährlichen Knick hat und die Strömung voll dagegen prallt. Hier war der unser erster Einsatzort. Wir wollen mit den Betroffenen in Verbindung bleiben. Es ist zu erwarten, daß bereits am kommenden Freitag ein neuer Einsatz bevorsteht. Zum Glück kam es dazu auf Grund der sich entschärfenden Situation nicht.

Bilder zum Hochwassereinsatz in der Prignitz vom 18.08. bis 19.08.2002-08-27

b1

b2

Ankunft im Einsatzgebiet Wittenberge, Lanz, Wustrow und Lütkenwisch: Gruppenführer Schütze und die Kameraden Schmidt, Czich, Hilbrecht, Steinborn und T. Eilenberger. Vielleicht auch ein kleiner Einblick über die Länge des Fahrzeugkonvois. Es ging dann auch gleich zur Sache, Sandsack um Sandsack füllen und auf Paletten stapeln. Da hat so mancher sein Kreuz gespürt. Denn an der ersten Einsatzstelle mussten die Sandsäcke sogar einen Hang hochgeschleppt werden und sofort auf LKW verladen werden.

b3

 

b4

Kleine Verschnaufpause im Cafe Lütkenwisch. Schließlich braucht man nach der langen Fahrt und dem fast pausenlosen Schippen mal ein Aussetzen. Die Essenversorgung war doch recht einsilbig, um so erfreulicher, dass die Kameraden der Bundeswehr ein Herz für unsere Feuerwehrleute (hier Matthias Mückel) hatten und eine warme Suppe angeboten haben. An den darauffolgenden Tagen hat die Versorgung deutlich an Qualität gewonnen, aber da waren wir schon wieder weg.

b5

b6

Entlang des Elbedeiches am Cafe Lütkenwisch aufgestapelte Sandsäcke. Noch ist die Lage durch das Hochwasser nicht dramatisch. Ob die wenigen cm- Dammerhöhung auch reichen werden? Am 18.08.02 war die Straße Lütkenwisch-Schnackenburg an der Laterne vor dem Baum noch frei. In den Morgenstunden war es bereits aus, das Wasser steigt.

b7

Mit gemischten Gefühlen verlassen wir den Einsatzort, denn das Wasser steigt und steigt. Wird der Damm halten, hat sich unsere Arbeit gelohnt? Im Nachhinein erfahren wir, dass selbst am Bösen Ort ganz in der Nähe der Damm gehalten hat und wir sind ein bisschen stolz darauf, dass wir dazu beigetragen haben. Ein zweiter Einsatz wurde kurz vor dem 23.08. abgeblasen. Wir hätten wieder nach Wittenberge und Umgebung gemusst.

Samstag, 19. Mai 2012

Design by LernVid.com